Marktstraße 55

D-70372 Stuttgart

Telefon: +49 711 51880848

Ihre Experten im Bank-
und Kapitalmarktrecht.

 

 

EN Storage GmbH

EN Storage GmbH - Geschädigte klagen gegen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

 

Von der Zahlungsunfähigkeit der in Herrenberg ansässigen EN Storage GmbH sind laut Mitteilung des Insolvenzverwalters ca. 8.500 Anleger betroffen, die Kauf- und Überlassungsverträge über sog. „Storage-System“ im Wert von insgesamt ca. € 63 Mio. abgeschlossen hatten. Laut dem Bericht des Insolvenzverwalters sind bzw. waren die veräußerten Systeme tatsächlich jedoch größtenteils gar nicht vorhanden, man muss seit 2012 vielmehr von einem „Schneeballsystem“ ausgehen. Der Insolvenzverwalter hält daher ggf. Haftungsansprüche auch gegenüber Wirtschaftsprüfern für möglich.

 

Käufer solcher Storage-Systeme haben nun vor dem Landgericht Stuttgart eine Klage gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft eingereicht (Az. 27 O 384/17).

 

Der Wirtschaftsprüfer hatte den Käufern im Rahmen der Kauf- und Überlassungsverträge mitgeteilt, dass ihm eine Bestätigung vorliege, wonach die Storage-Systeme ausgeliefert seien. Ferner bestätigte der Wirtschaftsprüfer das Vorliegen eines Nutzungsvertrags zwischen der EN Storage und einem staatlichen Nutzer oder der Industrie. Ausdrücklich hatte die EN Storage GmbH in ihren Angeboten über die Kauf- und Überlassungsverträge damit geworben, dass ein Wirtschaftsprüfer diese Bestätigungen erteilen wird.

 

Es obliegt nun dem Gericht zu beurteilen, ob und in welchem Umfang der Wirtschaftsprüfer für seine Aussagen haftet.


EN-Storage GmbH: Landgericht Stuttgart sieht Pflichtverletzung und mögliche Haftung des Wirtschaftsprüfers 

 

Neue Hoffnung für Anleger der EN Storage GmbH: 

Im Rahmen eines gegen eine in Bad Cannstatt ansässige Steuerberater- und Wirtschaftsprüferkanzlei geführten Prozesses vor dem Landgericht Stuttgart (Az.: 27 O 384/17) hat die entscheidende Kammer des Landgerichts nunmehr in einer Verfügung an die Parteien vom 30.11.2018 mitgeteilt, dass sie einen Anspruch der klagenden Anleger gegen die beklagte Wirtschaftsprüferkanzlei für gegeben hält.

 

Ein Wirtschaftsprüfer der Kanzlei hatte den Käufern im Rahmen der sog. Kauf- und Überlassungsverträge mit der EN Storage GmbH über Datenspeichersysteme (sog. Storage-Systeme) mitgeteilt, dass ihm Bestätigungen vorliegen, wonach die jeweils von den Anlegern erworbenen Storage-Systeme ausgeliefert seien. Ferner bestätigte der Wirtschaftsprüfer das Vorliegen von Nutzungsverträgen zwischen der EN Storage GmbH und einem staatlichen Nutzer oder der Industrie. Wie sich später herausstellen sollte, gründet das Anlagekonzept auf einen Betrug. Die vorgeblich veräußerten Storage-Systeme gibt es nicht. Ausdrücklich hatte die EN Storage GmbH in ihren Angeboten über die Kauf- und Überlassungsverträge jedoch damit geworben, dass ein Wirtschaftsprüfer die vorerwähnten Bestätigungen erteilen wird. Eben diesen Umstand erachtet die 27. Kammer des Landgerichts nun als maßgeblich, da die Werbung mit einem Wirtschaftsprüfer darauf hindeute, dass durch diesen eine eingehende Prüfung erfolgt. Bei potentiellen Anlegern konnten jedenfalls dahingehende Erwartungen geweckt werden. Beschränkt sich die Tätigkeit des beauftragten Wirtschaftsprüfers dann nur auf eine Sichtung von Unterlagen, so hätte hierauf zumindest ein Hinweis erfolgen müssen, so das Gericht. Einen solchen hat der Wirtschaftsprüfer jedoch nicht erteilt.

 

Anleger der Kauf- und Überlassungsverträge können nunmehr hoffen, zumindest einen Teil ihres Schadens ersetzt zu erhalten.

 

 

Betrugsfirma EN Storage - Prüfer unter Betrugsverdacht 

Zum Artikel der Stuttgarter Zeitung


EN-Storage GmbH: Landgericht Stuttgart verurteilt Wirtschaftsprüfer

 

Die bereits nach der mündlichen Verhandlung im Dezember 2018 genährten Hoffnungen für Anleger der EN Storage GmbH haben sich erfüllt: 

Die 27. Kammer des Landgerichts Stuttgart hat mit Urteil vom 31.01.2019 (Az.: 27 O 384/17) eine Haftung der Wirtschaftsprüferkanzlei bejaht und diese verurteilt, an die von der Kanzlei Borst & Andjelkovic – RechtsanwaltsPartnerschaft vertreten Anleger über € 249.000,-- zu bezahlen. Im Gegenzug müssen die Anleger ihre Rechte an den Kauf- und Überlassungsverträgen an die Wirtschaftsprüfer abtreten – was für die Anleger allerdings keinen Nachteil bedeutet, da sich die Kauf- und Überlassungsverträge als wertlos herausgestellt haben. Darüber hinaus hat das Landgericht festgestellt, dass die Wirtschaftsprüfer die Anleger von Rückforderungsansprüchen des Insolvenzverwalters der EN Storage GmbH freistellen müssen.

 

Hintergrund ist folgender: 

Auszahlungen, die Anleger von der EN Storage GmbH auf ihre Kauf- und Überlassungsverträge erhalten haben, und von denen die Anleger dachten, dass es sich um ihre sichere Rendite handelt, stammten nicht aus erzielten Gewinnen der EN Storage GmbH. Es handelte sich dabei mutmaßlich vielmehr um die eingezahlten Gelder anderer Anleger – ein klassisches, betrügerisches „Schneeball-System“. Liegt ein solches „Schneeball-System“ vor und der Insolvenzfall tritt ein, so muss der Insolvenzverwalter diese Zahlungen von den Anlegern zurückfordern. Ein bitterböses Erwachen für die Anleger! Denn neben der Wertlosigkeit ihrer Anlagen droht ihnen nun auch noch die Rückforderung als sicher geglaubter Ausschüttungen. Umso wichtiger der Richterspruch der 27. Kammer des Landgerichts die festgestellt hat, dass – sollte der Insolvenzverwalter der EN Storage GmbH die Kläger auffordern, erhaltene Auszahlungen zurückzugeben – die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft auch hierfür einzustehen hat. Im vorliegenden Fall immerhin nochmals über € 84.000,00.

 

Insgesamt ein höchst erfreuliches Ergebnis für die klagenden Anleger, auch wenn zu erwarten ist, dass es nur ein Zwischenergebnis sein wird – die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft dürfte Rechtsmittel gegen die Entscheidung einlegen. Dann hat das hiesige Oberlandesgericht zu entscheiden. 

 

Betroffene Anleger der Kauf- und Überlassungsverträge sollten unbedingt sicherstellen, dass ihre möglichen Ansprüche nicht verjähren.